Entries Tagged as 'Ebbot Lundberg'

Geiler Schwede

Ebbot Lundberg ist ein Held für mich. Ein Held, den ich immer wieder neu entdecke. Ende der Achtziger sah ich ihn mit Union Carbide Productions, einer MC5 nicht unähnlichen Punkrock-Band in der Fabrik in Hamburg. Die Musiker fingen an zu spielen, der Sänger fehlte noch. Als er auf die Bühne stürmte, nahm er gleich Anlauf zum Sprung ins Publikum. Später hangelte er sich mit nacktem Oberkörper an den Lüftungsrohren, die dann auch ein bisschen herunterkamen. Wahnsinn! Hatte ich damals noch nicht gesehen, sowas.

Im Marx, der kleinen Markthalle, wollte er bei einem späteren Konzert gar nicht mehr aufhören zu spielen. Die Bandkollegen waren alle schon hinter der Bühne, während Ebbot noch Spirenzchen unter dem Jubel des Publikums veranstaltete. Pillermann rausholen, komplett nackt alleine Schlagzeug spielen – bis er von seinen eigenen Kollegen von der Bühne gezerrt wurde.
Nach der genial krachigen ersten Platte „Down on the Beach“ wurden UCP immer rockiger, ruhiger. War okay für mich, waren ein paar richtige Hits dabei, aber eigentlich war ich beleidigt, mir fehlte die Ausschweifigkeit des Punkrocks. Deshalb ignorierte ich die Nachfolgeband The Soundtrack of our Lives erst einmal für viele Jahre, auch wenn sie mir heute sehr ans Herz gewachsen sind. Wiederentdeckung Nummer Eins.
Das Covermotiv der letzten Platte Communion finde ich maximal irreführend, was den Stil der Musik angeht. Schräger Humor. Was trinken die da? Ist das aus nem Shopping-Channel? Oder von ner Sekte?
Communion
Aber nun zum eigentlichen Thema und das ist Wiederentdeckung Nummer Zwei. Der geile Schwede scheint etwas unausgelastet zu sein und produziert nebenher immer noch kleine Kollaborationen und die sind viel ruhiger und unrockig. Kann ich jetzt mit umgehen. Mit Trummor & Orgel (“Trommel & Orgel“) einer Zwei-Mensch-Band nahm er „Rest in Peace“ auf. Das Stück, so traurig und schön, soll mal gespielt werden, wenn ich ablebe und liebe Menschen sich von mir verabschieden. Bitte merken, Freunde.

Ausserdem lief im schwedischen TV eine Serie mit Jugendlichen, Radau und den Sechzigern namens „Upp till kamp“, würde ich nur zu gerne mal sehen. Kommt bestimmt mal auf Arte. Jedenfalls singt Ebbot da auch was wunderfein ruhiges.

Ausserdem gibt es diese Aufnahme, wo sich Herr Lundberg mit TSOOL-Kollegen in eine Kirche begibt und uns was vororgelt. Kann man nicht einbettieren, deswegen nur per Link. Wie man sieht, hat Ebbot ein bisschen an Gewicht zugelegt und einen Vollbart. Den lass ich mir jetzt auch mal stehen.