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griots – das versagen der mainstream medien (upd.)

Black Ribbon Campaign
Seit nunmehr zwei Tagen gibt es in Athen und mittlerweile ganz Griechenland Ausschreitungen. Die Athener Innenstadt soll einer Trümmerwüste gleichen. Heute findet in Griechenland keine Schule statt. Schüler halten die Gebäude besetzt. In den Mainstream-Medien erfährt man kaum etwas über diesen Konflikt. Die Nachrichten, im Netz und im TV, scheinen sich komplett auf die Nachrichtenagenturen zu verlassen und diese wiederholen mantra-artig die Anzahl der Verletzten, abgefackelten Geschäfte und Autos. Und dass die Unruhen durch den Tod eines 16-Jährigen ausgelöst worden.

Ja und? Kann es sein, dass sich da viel mehr hinter verbirgt? Es kann. Auf de.indymedia.org (ursprünglich auf faktuell) gibt es einen ausführlichen Bericht von Wassilios Karl Aswestopoulos, einem freien Autor und Übersetzer aus Aachen, zu den Hintergründen: die Polizei, die vor zwei Jahren bei Studentenunruhen einen zum Krüppel geprügelt hat; Regierungsskandale; von der Polizei entführte Pakistani; ein Abhörskandal, ein angeblicher Selbstmord eines Kronzeugen; Korruption; Mönche als Immobilienhändler; kollabierendes Gesundheitssystem. Das kann man gar nicht alles aufzählen…

Und nun am Samstag:

Ein 15jähriger – aus „gutem Hause“, wie es später heißt – sackt getroffen zusammen. Ein Freund ruft um Hilfe, kann keinen Puls mehr spüren. Der Junge ist tot. Die Polizisten reagieren nicht. Sie gehen ihres Wegs, als ob nichts geschehen wäre. Hilfe leisten sie nicht.

Normalerweise sind mindestens drei Ü-Wagen vor Ort, wenn eine Katze in einem griechischen Ort von einem Baum geholt wird. Nicht so diesmal. Lediglich einige wenige kleine unabhängige Rundfunksender berichteten von Anfang an. Vorwürfe der Bürger, die Medien seien staatlich gesteuert, sind nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Griechische Medien werden über einen Werbetopf finanziert, der zum großen Teil in der Hand der Banken und des Staates liegt. Verleger und Rundfunkveranstalter sind oft Bauunternehmer und Industrielle.

Hier bekommt man vorgeführt, warum Bürgerjournalismus wichtig ist und warum Medien, die sich nur auf Agenturmeldungen verlassen, auch gleich dichtmachen können.

Zur gleichen Zeit steckt Indymedia in einer Sinnkrise, da sollte sich ein jeder überlegen, wen er unterstützen will.

Update: Resourcen

meedia de

Gründe, die gegen meedia.de sprechen:

  • Vorschaltseite (ok, die ist jetzt nicht mehr zu sehen),
  • hässliche URLs (TYPO3 sei Dank),
  • dauernd wiederkehrende Aufforderungen Javascript anzuschalten und den Adobe Flashplayer zu installieren (auf Linux/PPC – wie witzig),
  • TV-Tipps komplett in Flash,
  • Links, die in einem neuen Fenster öffnen (nicht XHTML-konform),
  • Netvibes für Arme (inkl. Uhr in Javascript), das sich auch noch „Browser“ nennt

Gründe, die für meedia.de sprechen: –
Da lese ich doch lieber weiter meine gesammelten RSS-Feeds zum Thema Medien.